Patientenfallplanungsprotokoll

 

Zur effizienten Informationsgewinnung, -verarbeitung und -weitergabe bedarf es standardisierter Materialien. Ein Patientenfallplanungsprotokoll ist ein solches Instrument. Es wurde 1999 von Prof. Marcus Siebolds aus Köln entwickelt und kommt bei der Patientenfallplanungskonferenz zum Einsatz.
Bei der Patientenfallplanungskonferenz handelt es sich um eine fallgeführte Gruppenarbeit. Ein Teilnehmer des Zirkels stellt dabei jeweils einen in seiner Behandlung befindlichen Patientenfall vor, der dann gemeinsam in einer 90-minütigen Arbeitssitzung bearbeitet wird. Der Ablauf der Patientenfallkonferenz ist streng vorgegeben und läuft folgendermaßen ab:

  • Analyse der Bedeutung eventuell vorliegender Beziehungsprobleme zwischen Arzt und Patient für auftretende Behandlungsschwierigkeiten
  • Analyse des bisherigen Behandlungsverlaufes und der darin aufgetretenen Behandlungsprobleme unter Zuhilfenahme von Erkenntnissen der evidenzbasierten Medizin, insbesondere evidenzbasierter Leitlinien
  • Definition eines neuen individuellen Therapieplans, der das Therapieziel und notwendige Veränderungen in Diagnostik und Therapie umfasst
  • Erarbeitung von Strategien zur Veränderung der Therapie
  • Erarbeitung von Strategien, um den Patienten bei der Umsetzung dieser Veränderungen zu unterstützen

Basierend auf diesem Ablauf wurde auch das Patientenfallplanungsprotokoll konzipiert. Es besteht im Wesentlichen aus fünf relevanten Modulen:

  • Beziehungsproblem
  • Detaillierter Behandlungsablauf
  • Leitlinienorientere Diagnostik und Therapie
  • Neuer Behandlungsplan
  • Was braucht der Qualitätszirkel an Weiterbildung?
Die Patientenfallkonferenz dient als Instrument, um ärztliche Versorgungsqualität zu gewährleisten und die strukturierte Bearbeitung komplexer chronischer Behandlungsfälle zu ermöglichen. Die Teilnahme erfolgt auf freiwilliger Basis und sieht die Einbringung von praxisbezogenen Fällen vor. Durch die kritische Auseinandersetzung mit der Gruppe erfolgt eine Art Peer Review. Die Patientenfallkonferenz soll die Arbeit in Qualitätszirkeln erleichtern und diesen als praxisnahes Instrument zur Seite gestellt werden.

Zur Etablierung dieser Methodik für die Arbeit im Qualitätszirkel organisierte das FQSD-Ö die Tutorenausbildung von Moderatoren solcher Patientenfallkonferenzen. Diese wurden
in speziellen Unterrichtseinheiten geschult.
Als Ausbildungsziel wurde die Befähigung der Tutoren definiert, Qualitätszirkelmoderatoren kontinuierlich zu begleiten, neue Techniken der Qualitätszirkelarbeit zu vermitteln und Probleme der Qualitätszirkelmoderatoren zu begreifen. In insgesamt 80 Lehreinheiten, die zu jeweils 20 LE an 3 Wochenenden und 4 Supervisionen zu 5 LE nach Vereinbarung  stattfanden, wurden von Prof. Dr. med. Marcus Siebolds (katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen) und von Univ. Doz. Dr. Andrea Siebenhofer (Universitätsklinikum Graz) die Inhalte an drei Wochenden Ende 2003 / Anfang 2004 vermittelt. Durch die Akademie der Ärzte erfolgte eine Zertifizierung mit 80 DFP-Punkten.

Ablauf und Inhalte der Tutorenausbildung:
  • Grundlagen der Qualitätszirkel - Moderatoren - Leitung der Qualitätszirkel - Gruppe - Grundlagen der Wissensvermittlung im QZ - Grundlagen von praktischen Trainings im Qualitätszirkel - Erarbeitung der Patientenfallkonferenz
  • Grundkurs evidenzbasierte Medizin nach dem Curriculum des Deutschen EBM-Netzwerkes - Theorie der EBM - Grundlagen der Bewertung von Leitlinien und Studien - Grundlagen der Studienbewertung - Training der Nutzung von Interventionsstudien, Prognosestudien und Diagnostikstudien
  • Grundlagen der Vermittlung von - Wissen für Praxis und Klinik - Erarbeitung von einfachen Appraisals anzuwenden:- Erstellung von evidenzbasierten Reviews - Erstellung von einfachen clinical pathways - Vorbereitung und Einführung von QM-Systemen in der Praxis.

2/3 der Zeit wurde zu prothetischem Training in Kleingruppen und 1/3 auf die Vermittlung von Wissen verwendet. In den Supervisionen wurde Wert auf die Bearbeitung von praktischen Qualitätszirkelproblemen gelegt.

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Tutorenausbildung 2003 in Weiz bei Graz

Die Rechte des Patientenfallplanungsprotokolls liegen bei Herrn Prof. Siebolds. Das FQSD-Ö und alle ausgebildeten Moderatoren haben die Erlaubnis zur Verwendung dieser Methodik sowie aller Unterlagen und Behelfe.

News

Factsheet FQSD-Ö
16.07.09 - Den FQSD-Factsheet können Sie hier herunterladen...

Gewinner des SALUS 2009!
10.07.09 - Das Forum Qualitätssicherung in der Diabetologie hat den Steirischen Preis für Qualität im Gesundheitswesen erhalten.

Danke für die Unterstützung!
07.02.08 - Wir danken Roche GmbH, Eli Lilly GmbH und sanofi-aventis GmbH für die freundliche Unterstützung im Jahr 2007.

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